Wichtig für Steuerpflichtige, die Kapitalerträge haben

Eine der aktuellen Gesetzesänderungen zum Jahresanfang betrifft Freistellungsaufträge für Zinsen und Dividenden: Ohne die Angabe einer Steueridentifikationsnummer werden die bestehenden Aufträge gelöscht.

Es kann dann passieren, dass Sie Steuern für Kapitalerträge zahlen, die bisher von Ihrem Freistellungsauftrag abgedeckt waren.

Freistellungsaufträge für Geldanlagen erteilen Sparer einer Bank immer dann, wenn sie die steuerliche Belastung von Kapitalerträgen bis zu einem bestimmten Betrag verhindern wollen.

Dieser Freibetrag für die Freistellung beträgt 801 Euro und setzt sich aus dem Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 750 Euro und einer Werbungskostenpauschale in Höhe von 51 Euro zusammen. Bei Ehepaaren verdoppelt sich der Freibetrag dann auf 1.602 Euro.

Kapitalerträge wie Zinsen oberhalb dieser Grenze unterliegen der Abgeltungssteuer von 25% plus Solidaritätszuschlag von 5,5% plus Kirchensteuer (sofern man einer Konfession zugehört).

Mit der Einreichung eines Freistellungsauftrags bei Ihrer Bank stellen Sie somit sicher, dass Ihre Kapitalerträge bis zu dieser Höhe von 801 bzw. 1602 Euro steuerfrei bleiben.

Dabei können auch mehrere Freistellungsaufträge bei verschiedenen Geldinstituten gestellt werden und den Freibetrag sinnvoll auf diese verteilen. Den Freibetrag gibt es aber nur einmal.

Zu den Kapitalerträgen zählen z.B. Zinsen, Fondsausschüttungen, Dividenden und realisierte Kursgewinne aus Wertpapiergeschäften.

Liegen die vereinnahmten Kapitalerträge über dem freigestellten Betrag, führt die Bank die fällige Abgeltungsteuer (auch Kapitalertragsteuer genannt) automatisch ans Finanzamt ab.

Ohne die Steuer-ID sind ab sofort Freistellungsaufträge ungültig.

Bereits seit 2011 müssen alle frisch gestellten Freistellungsaufträge die Steueridentifikationsnummer enthalten

Die aus 11 Ziffern bestehende persönliche Steuernummer wird allen in Deutschland gemeldeten Bürgern vom Bundeszentralamt für Steuern zugeteilt und ist lebenslang gültig.

Freistellungsaufträge, die vor dem Jahr 2011 gestellt wurden, können von Banken und anderen Geldinstituten jedoch nur noch ausgeführt werden, wenn die Steuer-ID angegeben wurde.

Ohne Steuer-ID werden bei jeder Zinszahlung Kapitalertragssteuern fällig. Diese Steuern können Sparer sich zwar mit der Steuererklärung zurückholen, besser ist es jedoch, die Steuer-ID für das Konto nachzupflegen und einen neuen Freistellungsauftrag zu stellen.

Auch wenn Sie sich verschätzt haben und Ihre Freistellungsaufträge ungünstig auf verschiedene Geldinstitute verteilt haben, so dass eine Bank zu viel Abgeltungsteuer ans Finanzamt abführt, können Sie sich mit der Einkommensteuererklärung für das entsprechende Kalenderjahr zu viel gezahlte Kapitalertragsteuerzurückzuholen.

In diesem Fall lohnt sich das Ausfüllen des Steuerformulars: „Einkünfte aus Kapitalvermögen“ als Teil der Einkommensteuererklärung. In bestimmten Fällen ist es sogar günstiger, anstelle der Abgeltungssteuer als Definitivsteuer, den eigenen persönlichen Einkommensteuersatz auf die  steuerpflichtigen Kapitalerträge anzuwenden (sogenannte Günstigerprüfung).

Ein Freistellungsauftrag gilt zwar stets ab dem 1.1. des Jahres, in dem er eingereicht wird für das ganze Kalenderjahr. Doch er gilt auch rückwirkend:

Reichen Sie jetzt Ihre Steuer-ID nach, bekommen Sie für das erste Quartal 2016 keine Steuern abgezogen.

Bei vielen Banken können Sie das sogar bequem und smart online machen.

Die Steuer-­ID steht auf dem Einkommensteuerbescheid, aber auch auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung. Darüber hinaus kann man sie beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) erfragen. Auch das geht online auf der Internetseite des BZSt. Die Nummer kommt dann aus Gründen des Datenschutzes jedoch per Post zu Ihnen nach Hause

Prüfen Sie also am besten zeitnah, ob allen Geldinstituten für die vorhandenen Freistellungsaufträge die Steuer-ID zur Verfügung steht – und holen Sie es nach, falls noch nicht erfolgt.

Sonst werden Ihre Freistellungsaufträge aus der Zeit vor 2011 automatisch ungültig und Sie verschenken Ihre Chance auf steuerfreie Kapitalerträge.

Für Rückfragen steht Ihnen unser Expertenteam der Steuerkanzlei Hofmann gerne zur Verfügung.

(Quelle:smartsteuer.de)