Das ifo Institut hat die ihre aktuelle Statistik zur Entwicklung der Kreditvergabepolitik der Banken veröffentlicht.

Deutsche Firmen bekommen weiterhin „fas“ problemlos Kredite. Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft stieg im Dezember nur minimal auf 14,6 Prozent, nach 14,5 Prozent im Vormonat. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt weiter, jedoch künstlich.

Im verarbeitenden Gewerbe gab die Kredithürde jedoch nur leicht nach. Dies war vor allem auf die Entwicklung bei den kleinen Firmen zurückzuführen. Dort sank die Hürde auf einen neuen historischen Tiefststand. Bei den mittleren und großen Firm stieg sie hingegen. Im Bauhauptgewerbe konnte das Niveau des Rekordtiefs vom November nicht gehalten werden. Die Kredithürde stieg um 1,5 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Im Handel blieb sie hingegen nahezu unverändert.

Die Statistik zeigt jedoch nicht die Probleme bei Kreditanträgen von jungen Unternehmen (Alter bis zu 5 Jahre). Alleine rund 60.000 Startups haben einen Kapitalbedarf, den die klassischen Banken nicht abdecken wollen. Nimmt man Kleinstunternehmen, kleine Unternehmen und junge Unternehmen zusammen, so klagen rund 60% dieser Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe (laut Statistik der KfW aus dem Jahr 2015)

Im Bauhauptgewerbe konnte das Niveau des Rekordtiefs vom November nicht gehalten werden. Die Kredithürde stieg um 1,5 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Im Handel blieb sie hingegen nahezu unverändert. Trotz künstlich niedrig gehaltener Zinsen kommt es in derUnternehmensklasse „kleine Unternehmen“ zu keiner nachhaltigen Entspannung der Lage. Aber auch Unternehmen, die aktuell keine Finanzierungsprobleme haben, müssen sich mit zähen und langwierigen Kreditantrags-Prozessen „herumquälen“  Insofern stellt sich die Frage, aber der klassische Bankkredit noch zeitgemäß ist. In dem aktuellen dynamischen Umfeld von Unternehmen zählen Geschwindigkeit, Flexibilität sowie vereinfachte Prozesse. Lange Reaktionszeiten ersticken Chancen für die Unternehmen. Die Zinshöhe ist nicht das schlagende Argument.

(Quelle Bild: CESifo)