Die gesetzlichen Regelungen für Selbstanzeigen wurden verschärft! Die bisher in bestimmten Fällen geltenden Strafzuschläge wurden signifikant erhöht. Hinzu kommt, dass auch schweizer Banken ihre Praxis geändert haben und auf ihre Kunden auf Offenlegung drängen. Dadurch ist es zu einer dynamischen Steigerung von Selbstanzeigen gekommen. Das abgelaufende Jahr 2015 ist im Vergleich zu den Vorjahren zum „Rekordjahr für Selbstanzeigen“ geworden.

Ab 2015 ist es nach dem neuen gesetzlichen Regelwerk für den „Steuerbürger“ deutlich teurer geworden als bisher, um über eine Selbstanzeige (der weniger bedrohliche Begriff lautet „Nacherklärung“) straffrei davonzukommen. Die Grenze, bis zu der eine Steuerhinterziehung ohne Straf-Zuschlag im Rahmen einer Selbstanzeige straffrei bleibt, wurde von 50.000 Euro auf 25.000 Euro abgesenkt. Ab dieser Grenze wird bei gleichzeitiger Zahlung des Straf-Zuschlages von zehn Prozent von einer Strafverfolgung abgesehen. Dann geht es die Treppe beim „Ablasshandel“ weiter nach oben: Ab einer Steuerhinterziehung von 100.000 Euro werden 15 Prozent Straf-Zuschlag fällig, ab einer Million Euro beträgt dieser 20 Prozent. Bis einschließlich 2014 wird ein Straf-Zuschlag von fünf Prozent angesetzt.

Auch bei Beachtung der Strafzuschläge kann eine Selbstanzeige und bei redlicher Zahlung aller Komponenten zum Versagen der Straffreiheit führen, insbesondere dann, wenn die Selbstanzeige „technisch-inhaltliche“ Mängel aufweist. Es ist daher ratsam, Steuerexperten einzuschalten, die die Technik der Selbstanzeige beherrschen

Unsere Kanzlei hat in der Vergangenheit für andere Kanzleien und deren Mandanten in zahlrreichen Fällen komplexer Selbstanzeigen, diese mit einer Erfolgsquote von 100% zu Gunsten der Betroffenen Steuerbürger abgewickelt.

Durch engen Kontakt mit den Strafverfolgungsbehörden werden von uns externe Mandate zielgerichtet professionell bearbeitet. Das erfordert systematisches Vorgehen. In der Regel sind Selbstanzeigen nicht nur komplex, sondern auch bzgl. der Ermittlung der geänderten steuerlichen Bemessungsgrundlagen sehr umfangreich. Fast ausnahmslos sind bei einer Selbstanzeige mehrere Kalenderjahre (neuerdings bis zu 10 Jahre) betroffen, so dass die Bearbeitung ein stringentes Projektmanagement mit entsprechenden Tools erfordert. Wir prüfen die Sachverhalte umfassend, klären auch ab, ob neben Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer unter Umständen noch andere Steuerarten (z.B. Schenkungsteuer bzw. Erbschaftsteuer) betroffen sind.

Hinsichtlich der Verjährungsfrist gilt zu beachten, dass diese grundsätzlich bisher 10 Jahre (Strafverfolgungsverjährung) beträgt, sofern es sich nicht um einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung handelt. Ist dies jedoch der Fall, beträgt die Verjährungsfrist anstatt 5 Jahre folglich 10 Jahre (§ 370 Abs. 3 S. 2 Nr. 1 – 5 AO).

Mit der Beachtung der strafrechtlichen Verjährung ist man jedoch noch nicht am Ende. Hinzu kommt die sogenannte Festsetzungsverjährung. Diese betrug in Fällen der Steuerhinterziehung bsiher grundsätzlich 10 Jahre. Ohne Erfüllung des Tatbestands der Steuerhinterziehung beträgt die Festsetzungsverjährung nur 4 Jahre. Die Erfüllung des Tatbestands der Steuerhinterziehung hatte demnach zur Folge, dass grundsätzlich 10 Jahre rückwirkend nacherklärt werden muss, was zu einer empfindlichen Höhe an zu zahlender Steuer führen kann. Zinsen in Höhe von monatlich 0,5 % kommen neben dem Strafzuschlag noch erhöhend hinzu.

Seit der gessetzlichen Neuregelung, beträgte die Starfverfolgungsverjährung für Selbstanzeigen ab dem Jahr 2015 nunmehr generell 10 Jahre und zwar unabhängig von der Festsetzungyverjährung.

Doch bereits bei der exakten Bestimmung der Verjährungszeiträume ist Kompetenz von professionellen Steuerberatern gefragt. Rechnet man hier falsch, führt dies in der Regel zu einer Sperrwirkung der Selbstanzeige. Eine Straffreiheit kann dann nicht mehr erreicht werden.